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WSB Michael

Krise setzt kriminelle Energie frei

3. August 2009 | 17:45 | | Karin Zauner (SN).
Wirtschaftsdelikte. Prüfer, Polizisten und Unternehmer müssen sich verstärkt mit Verbrechen in Betrieben auseinander setzen.
Der starke finanzielle Druck in der Wirtschaftskrise hat auch zu einem Anstieg der wirtschaftskriminellen Handlungen geführt. Vor allem Diebstahl, Betrug und Unterschlagung häufen sich. hier weiterlesen

BKA- 2008 zur Wirtschaftsspionage

Nach einer Mitteilung des Bundeskriminalamtes (BKA) werden deutsche Unternehmen zunehmend aus dem Ausland ausspioniert. 2007 registrierte das BKA 325 Spionage-Fälle. Innerhalb von fünf Jahren habe die Zahl der Ausspähungen deutscher Unternehmen um 20 % zugenommen. Ziel seien nahezu alle Bereiche, besonders aber die Entwicklungsabteilungen von Automobil-, Pharma- und Softwarefirmen.
BKA zur Wirtschaftsspionage hier weiterlesen

Bekannte Fälle der Betriebsspionage

Betriebsspionage: der Fall der Firma Bombardier aus Neuruppin, August 2005
Betriebsspionage: der Fall Haefrati mit dem Einsatz "Trojanischer Pferde", Israel 2005

2008 Mitteilung des BKA zur Wirtschaftsspionage

Nach einer Mitteilung des Bundeskriminalamtes (BKA) werden deutsche Unternehmen zunehmend aus dem Ausland ausspioniert. Präsident Jörg ZIERCKE sagte auf der BKA-Herbsttagung in Wiesbaden: “Die Ausforschung von Wirtschaftsunternehmen ist fester Bestandteil zahlreicher Nachrichtendienste, zum Beispiel in Osteuropa und Asien”. Ausländische Geheimdienste - vor allem aus China und Russland - dringen immer öfter in die Computer deutscher Firmen ein.
2007 registrierte das BKA 325 Spionage-Fälle. Innerhalb von fünf Jahren habe die Zahl der Ausspähungen deutscher Unternehmen um 20 % zugenommen. Ziel seien nahezu alle Bereiche, besonders aber die Entwicklungsabteilungen von Automobil-, Pharma- und Softwarefirmen.

Ziercke sagte weiter, die Finanzmarktkrise und die damit verbundene zusätzliche Wirtschaftskriminalität stelle die Strafverfolger vor immer komplexere Herausforderungen. Das Bundesekriminalamt strebe daher eine engere Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) an. Nur gemeinsam könne man komplizierte Delikte wie Marktmanipulationen und Insiderhandel rechtzeitig erkennen und bekämpfen.

Wirtschaftskriminalität hat in Deutschland im vergangenen Jahr einen Schaden von 4,1 Milliarden Euro angerichtet.

Dies seien 200 Millionen Euro weniger als 2006, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Freitag mit. Die Wirtschaftskriminalität verursache aber immer noch mehr als die Hälfte des Gesamtschadens in Höhe von acht Milliarden Euro, der bei der Polizei registriert wurde.

Die Fallzahlen gingen laut BKA um gut acht Prozent auf knapp 88.000 Fälle zurück. Von einer Trendwende will BKA-Chef Jörg Ziercke aber nicht sprechen. Den Grund für den Rückgang sehen die Ermittler vor allem darin, dass im vergangenen Jahr weniger Großverfahren mit einer Vielzahl einzelner Straftaten abgeschlossen wurden.

Überschneidungen von Wirtschaftskriminalität und Organisierter Kriminalität (OK) würden immer deutlicher, so der BKA-Chef. Die Mafia-Organisationen verursachten mit wirtschaftskriminellen Taten einen Großteil ihrer Schäden und fast die Hälfte ihrer Gewinne.

Die aktuelle Finanzkrise verdeutlicht, dass im Rahmen der ökonomischen Globalisierung die Komplexität der Kapitalmärkte und Unternehmenskonstrukte ein bedenkliches Maß angenommen hat. Informationsdichte und technische Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit sind rapide gestiegen. Gleichzeitig bringen Banken und Unternehmen unter dem wachsenden Gewinndruck immer neue Finanzprodukte bzw. Produktinnovationen auf den Markt. Dies wiederum nutzen Kriminelle für ihre illegalen Aktivitäten.

Die Strafverfolgungsbehörden werden mit der Herausforderung konfrontiert, strafrechtlich relevantes Verhalten zu lokalisieren und nachzuweisen. Die Polizei sieht sich mit wechselnden Modi operandi und steigender Komplexität von Finanzmarktdelikten, zunehmend risikobereiten Straftätern, die die Möglichkeiten virtueller Anonymität gezielt nutzen, und nicht zuletzt mit einem ständig steigenden Volumen an Datenmengen konfrontiert.

Im Rahmen der diesjährigen Herbsttagung des BKA (12.-14.11.08) “Wirtschaftskriminalität und Globalisierung – die Polizei vor neuen Herausforderungen” stehen die Auswirkungen globaler Einflüsse auf gesamtwirtschaftliche Prozesse und die damit einhergehenden Kriminalitätsphänomene im Mittelpunkt. Nationale und internationale Entwicklungen und Ansätze zur Bekämpfung von Finanzmarktdelikten und anderen bedeutenden Phänomenen der Wirtschaftskriminalität werden in interdisziplinärer Betrachtungsweise vorgestellt. Insgesamt sollen Möglichkeiten aber auch Grenzen von Prävention und Strafverfolgung aufgezeigt werden. Dabei soll auch die Rolle rechtlicher Steuerungsmechanismen und ethischer Handlungsmaximen innerhalb der Wirtschaft betrachtet und so die Wertediskussion in diesem Bereich weitergeführt werden, teilt das BKA mit.
Verfassungsschutz warnt vor zunehmender Wirtschaftsspionage

Die Gefahr für ein Unternehmen, Opfer von Wirtschaftsspionage zu werden, steigt ständig", bilanziert der NRW-Verfassungsschutz. "Nach aktuellen Opfer- und Dunkelfeldstudien wurde ein großer Teil aller Firmen bereits ausspioniert, kleine und mittelständische ebenso wie große Konzerne." Konkrete Zahlen und Tatorte nennt der Bericht aber nicht. Alarmierend sei, dass viele Unternehmen sich gar nicht oder nur unzureichend schützten.
"Sehr aktiv" seien etwa China, Russland, Nord-Korea und Vietnam beim Einsammeln der wissenschaftlichen Standards anderer Länder, berichtete Möller. Bemerkenswert sei in diesem Zusammenhang die große Zahl chinesischer Studenten in NRW. Sie stellten mit 5500 deutlich mehr Eingeschriebene als die zweitstärkste ausländische Gruppe der 2700 Türken an den Universitäten in NRW. "Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder chinesische Student ein Spion ist", stellte der Verfassungsschutzchef klar.
Der Verfassungsschutzbericht listet unter anderem zwei Fälle aufgeflogener chinesischer Praktikanten in deutschen Hochtechnologie-Unternehmen auf. Sie hatten Prototypen ausspioniert, kleinste Details fotografiert und in einem Fall sogar versucht, ein komplettes einzigartiges Werkstück zu stehlen.
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Krise setzt kriminelle Energie frei

3. August 2009 | 17:45 | | Karin Zauner (SN).
Wirtschaftsdelikte. Prüfer, Polizisten und Unternehmer müssen sich verstärkt mit Verbrechen in Betrieben auseinander setzen.
Der starke finanzielle Druck in der Wirtschaftskrise hat auch zu einem Anstieg der wirtschaftskriminellen Handlungen geführt. Vor allem Diebstahl, Betrug und Unterschlagung häufen sich. Das geht aus einer Studie unter 500 so genannten Fraud-Experten, also Betrugsbekämpfungs-Spezialisten, hervor, die von ACFE gemacht wurde. Die Association of Certified Fraud Examiners (ACFE) ist eine Vereinigung von Spezialisten in der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität. Sie hat mehr als 30.000 Mitglieder in über 100 Ländern.

Mehr als die Hälfte der an der Studie teilnehmenden Experten (55,4 Prozent) gab an, dass sich in den vergangenen zwölf Monaten die Fälle von Wirtschaftskriminalität gehäuft haben. Finanzieller Druck spielt dabei die Hauptrolle, aber auch bessere Gelegenheiten und Einsparungen in den Betrieben sind Gründe für Mitarbeiter, vom rechten Weg abzukommen.

Michael Nayer, Wirtschaftsprüfer bei KPMG, bringt es plakativ auf den Punkt: „Wenn der Wasserspiegel sinkt, sieht man, wer keine Badehose anhat.“ Denn solange Unternehmen Gewinne machen, fallen Fehltritte weniger auf. Die Experten sprechen von einem „Fraud-Triangle“, dessen drei Elemente Gelegenheit, Motiv und Rechtfertigung heißen. In der Krise sparen Unternehmen auch bei den Kontrollen, dadurch mehren sich die Gelegenheiten für kriminelles Handeln. Als Motiv taugen finanzielle Engpässe, Druck in der Familie oder ein Über-Ego, das Führungskräfte und Mitarbeiter dazu treiben kann, Ergebnisse um jeden Preis zu liefern. Bleibt die Rechtfertigung, die da heißt: Man hat es ohnehin verdient und jeder macht es. Wirtschaftsprüfer Nayer nennt dazu einen praktischen Fall aus Osteuropa. Da habe ein Geschäftsführer das Wirtschaften in die eigene Kasse damit gerechtfertigt, dass dies in seiner Stadt ohnehin jeder tue, erzählt Nayer. Bei KPMG seien die Anfragen und die Nachfrage nach Service- und Beratungsleistungen im Zusammenhang mit wirtschaftskriminellen Handlungen seit Ausbruch der Wirtschaftskrise signifikant gestiegen.

Auch bei der Polizei zeigt sich das gleiche Bild. Rudolf Unterköfler, im Bundeskriminalamt Chef für Wirtschafts- und Finanzermittlung, arbeitet gerade an einer neuen Konzeption für seinen Bereich und hofft, dass dann bald mehr Spezialermittler für Wirtschaftskriminalität zur Verfügung stehen. Das sei zumindest beabsichtigt, sagt er. Denn bei nur rund 100 Experten für schwere Wirtschaftskriminalität bei der Polizei haben die meisten Täter gut lachen. Fasst man alle Polizisten mit wirtschaftskriminellen Kenntnissen in ganz Österreich zusammen, werden es ein paar hundert sein. „In Zeiten wie diesen ist das zu wenig“, sagt Unterköfler.

Zuwächse verzeichnet die Polizei bei Vermögensdelikten in Unternehmen. „Schuld ist meistens zu wenig Kontrolle“, sagt Unterköfler vom BKA. Wobei aber auch in guten Zeiten gestohlen und betrogen wird. Allerdings würden die Unternehmen da seltener die Polizei einschalten, sagt Unterköfler. Aber jetzt sei die Anzeigewilligkeit höher, weil Verluste schwerer zu verkraften seien.

Auch mit Anlagebetrug müssen sich die Wirtschaftsermittler nun vermehrt herumschlagen. „Die Geldflüsse sind oft schwer nachvollziehbar“, sagt Unterköfler. Und auch hier zeigt sich: In wirtschaftlich guten Zeiten nehmen es alle lockerer. „So lange die Leute ihr Geld vermehren, hinterfragt niemand etwas, aber wenn der Finanzmarkt zusammenbricht, dann steigen die Anzeigen“, berichtet der BKA-Chef für Wirtschaftsermittlung.

Die gute Nachricht: Unternehmen können präventiv etwas tun. Wirtschaftsprüfer Nayer nennt etwa die Sorgfalt bei der Auswahl der Mitarbeiter. „Korrektes Vorgehen und ausgeprägtes Werteverhalten können bei Auswahlverfahren sehr gut getestet werden.“ Zudem sei rigoroses Sanktionieren im Betrieb wichtig, wenn etwas passiere – und eine Unternehmenskultur, die es Mitarbeitern leicht mache, Beobachtungen Vorgesetzten zu melden.

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Konkurrenzausspähung: der Fall der Firma Bombardier

Neuruppin, August 2005

m Jahr 2005 wurden durch die Staatsanwaltschaft Neuruppin und dem LKA Brandenburg Ermittlungen gegen mehrere Tatverdächtige wegen des Verrats von Geschäfts-und Betriebsgeheimnissen zum Nachteil der in Brandenburg ansässigen Firma Bombardier durchgeführt.

Ein aus Berlin stammender früherer Mitarbeiter der Firma Bombardier hatte sich seit 2002 in einer Vielzahl von Fällen widerrechtlich Zutritt zum Betriebsgelände und zu den Büroräumlichkeiten der geschädigten Firma in Hennigsdorf verschafft und dort technische Unterlagen und Ausschreibungsunterlagen, die jeweils Geschäfts-bzw. Betriebsgeheimnisse verkörpern, eingesehen oder an sich genommen. Die Unterlagen oder die daraus gewonnenen Erkenntnisse hat er sodann einem weiteren Tatverdächtigen – nämlich dem Geschäftsführer eines in Nordrhein–Westfalen ansässigenKonkurrenzunternehmens der Fa. Bombardier -gegen Zahlung erheblicher Geldbeträge überlassen.
Der frühere Mitarbeiter war erst kürzlich auf dem Betriebsgelände der Firma Bombardier in Hennigsdorf auf frischer Tat vom Wachschutzpersonal gestellt und anschließend vorläufig festgenommen worden. Das Verfahren begann dementsprechend mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin erließ daraufhin das AG Berlin-Tiergarten gegen ihn Haftbefehl wegen Verdunkelungsgefahr. Nachdem auch der in NRW ansässige Mittäter ermittelt und vorläufig festgenommen werden konnte und umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen in Brandenburg,
Berlin und Nordrhein-Westfalen realisiert worden waren, konnte der Haftbefehl nunmehr gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt werden. Bei den Durchsuchungen wurden umfangreiche, zweifelsfrei der Fa. Bombardier gehörende Betriebsunterlagen sichergestellt.
Daraufhin haben die vorbezeichneten Beschuldigten die Tatvorwürfe im Kern eingeräumt.
Die Ermittlungen, insbesondere auch zu den Auswirkungen und auch zur konkreten Schadenshöhe, welche nach dem derzeitigen Ermittlungsstand jedenfalls als erheblich eingeschätzt werden, dauern an.
Durch die Aufmerksamkeit des Wachschutzunternehmens und die unverzügliche Einleitung
umfangreicher prozessualer Maßnahmen durch Staatsanwaltschaft und LKA konnten die bestehende Struktur aufgedeckt und weitere Wettbewerbsnachteile und daraus erwachsende Schäden für die Fa. Bombardier verhindert werden.
Neuruppin, 16.08.2005
Die Pressestelle der Staatsanwaltschaft Neuruppin
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Der Fall Haefrati Israel

Konkurrenzausspähung: durch den Einsatz "Trojanischer Pferde", Israel 2005

Amnon Jakonte gehört nicht zu den berühmtesten Schriftstellern Israels. Gleichwohl wurde er überschüttet mit Kritik an Kapiteln seines neuesten Buches "L - wie die Lüge". Einige Kapitel geisterten sogar im Internet herum. Doch das Buch war noch gar nicht fertig und Jakonte glaubte, dass es nur auf seinem Heim-PC gespeichert sei.

Jakonte ahnte Schlimmstes. Bei der Polizei äußerte er den Verdacht, dass der Computerfachmann Michael Haefrati, der ehemalige Schwiegersohn seiner Frau, böse Rache wegen Familienkrach nach seiner Scheidung verübt haben könnte. Haefrati sei mit einem so genannten "Trojanischen Pferd", einem Computervirus, in den PC von Jakonte eingedrungen. Haefrati habe nicht nur den unfertigen Roman, sondern auch private Briefe und Adressenlisten herausgeholt und verbreitet.

Was ursprünglich wie ein schlechter Witz bei einer Privatfehde aussah, entpuppte sich bald als die umfassendste Wirtschaftsspionage in der Geschichte Israels. Alle verfügbaren Polizeiermittler der Abteilung für Betrugsdelikte wurden eingezogen, sich nur noch um "trojanische Pferde" zu kümmern. Im Rahmen der "Operation Pferderennen" wurden am Wochenende 18 Direktoren oder führende Mitarbeiter der größten und bekanntesten Firmen Israels festgenommen. Ein Polizei-Team wurde nach Deutschland geschickt, weil wohl auch deutsche Firmen betroffen sind.

Wie sich nach wochenlangen geheimen Ermittlungen herausstellte, spionierte der Importeur von Volvo gegen Champion Motors, dem Vertreter von Volkswagen in Israel. Der Betreiber von Satellitenfernsehen "Yes" stahl die Kundenlisten des Kabelnetzbetreibers "Hot". Die Handybetreiber Cellcom und Pelephone spionierten die Computer ihres Konkurrenten Orange aus. Die Liste ist lang und sehr namhaft. Die bekanntesten israelischen Großfirmen, Kaufhausketten und Verkäufer von Mineralwasser, Nahrungsmittelhersteller und Computerfirmen werden da entweder als Spione genannt oder als Opfer.

Der gemeinsame Nenner ist ein "Trojanisches Pferd", das der oben genannte Schwiegersohn des Schriftstellers entwickelt hat und gewinnbringend an Detektivfirmen verkauft habe. Die wiederum betrieben angeblich im Auftrag einiger Großfirmen Werkspionage bei den jeweiligen Konkurrenten. Das Virusprogramm wurde per Email verbreitet oder über eine Präsentations-Disc mit verlockenden Angeboten. Die Detektive konnten in die infizierten Computer eindringen und deren Inhalte "wie im Spiegel" anschauen, ohne dass die Betroffenen es bemerkten. So wurden vertrauliche Adressenlisten, geheime Daten über Produkte, Strategiepläne und jede andere abgespeicherte Information der jeweiligen Konkurrenten beschafft. Das von Michael Haefrati entwickelte "Trojanische Pferd" ist angeblich so ausgeklügelt, dass es von keinem Anti-Virus-Programm entdeckt wird.

Solche Informationen sind goldwert. Den ausspionierten Unternehmen sei Schaden in Milliardenhöhe entstanden. Bei der israelischen Polizei gingen hunderte Anträge aus aller Welt ein, das "Trojanische Pferd" zu erhalten, um ein Gegenmittel zu entwickeln. Niemand weiß, wie viele Firmen Spionage betrieben haben und wie viele Firmen Opfer wurden. Die Reise eines israelischen Kriminalistenteams nach Deutschland ist ein Hinweis dafür, dass sich das Spionagenetz nicht nur auf Israel beschränkt.

Der Erfinder des "Trojanischen Pferdes" und seine Freundin, die angeblich den "Vertrieb" der Erfindung übernommen hat, sind am Wochenende auf Bitten der israelischen Polizei in London verhaftet worden. "Die etwas eigentümliche Beschwerde eines drittklassigen Schriftstellers bei der Polizei löste ein Erdbeben in der israelischen Wirtschaft aus, mit noch unmessbaren Folgen", kommentiert eine Zeitung den Skandal, dessen voller Umfang noch unbekannt ist.

http://www.hagalil.com/archiv/2005/05/spionage.htm
© Ulrich Sahm/haGalil.com zurück